Behandlung von Husten

Behandlung von Husten

Prinzipiell gilt es, nicht den Husten, der ja nur ein Symptom ist, sondern die ihm zugrunde liegende Erkrankung zu behandeln. Hat eine sonst gesunde Person Husten im Rahmen einer Erkältung (grippaler Infekt), kann man einfach warten, bis der Körper von selbst das Husten „abstellt“, die Erkältung also abgeheilt ist. Husten selbst lässt sich aber auch durch eine Reihe von Maßnahmen lindern.

Die wichtigste Behandlung von Husten ist auch die einfachste und kostengünstigste: Trinken Sie reichlich, am besten zwei bis drei Liter Wasser oder Tee am Tag. So können Sie den bei Erkältungshusten festsitzenden Schleim verdünnen und das Abhusten fördern. Viel Trinken wird auch empfohlen, wenn gleichzeitig Hustenmittel eingenommen werden.

Zudem sollten Sie nicht rauchen und sich auch keinem Passivrauch aussetzen. Bei Rauchern und Passivrauchern dauern Erkältungskrankheiten länger.

Wichtig bei der Einnahme von Medikamenten: Reizhusten und schleimiger Husten müssen unterschiedlich behandelt werden. Während man bei Reizhusten den als störend empfundenen Hustenreiz mit Hustenstillern (Antitussiva) unterdrücken kann, sollte man beim schleimigen Husten durch Gabe von Hustenlösern (Expektorantien) das Abhusten des Schleimes unterstützen. Schleim verursacht einerseits Hustenreiz und ist andererseits ein guter Nährboden für Bakterien.

Wenn Sie Hustenstiller und Hustenlöser gleichzeitig einnehmen, ist dies kontraproduktiv. Denn Sie würden so die Schleimproduktion in den Bronchien mit den Hustenlösern anregen, aber das Abhusten mit den Hustenstillern erschweren.

Beachten Sie, dass eine Selbstmedikation von Erkältungserkrankungen nur kurzfristig, also für maximal fünf bis sieben Tage empfohlen wird. Auch während der Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Säuglingen und Kleinkindern sollte man mit Selbstmedikation vorsichtig sein.
Wichtig zu wissen ist auch, dass man bei pflanzlichen Wirkstoffen nicht immer genau zwischen schleimlösend und hustenreizstillend trennen kann, da die Wirkung auch von der Art der Extraktion abhängt. Spitzwegerich etwa ist sowohl als Schleimlöser als auch als Hustenreizstiller erhältlich.

Was kann man gegen trockenen Reizhusten tun?

Medikamente und pflanzliche Präparate

Hustenstillende Medikamente (Antitussiva) hemmen den Hustenreiz, indem die wirksamen Substanzen an die Rezeptoren im Hustenzentrum oder in den Atemwegen binden und so den Hustenreflex unterbinden.

Zu den hustenstillenden Wirstoffen zählen Codein, Dihydrocodein, Pentoxyverin und Dextromethorphan. Sie wirken sehr stark und haben auch Nebenwirkungen, wie Verstopfung und Konzentrationsschwäche. Codein kann auch abhängig machen. Es wird daher empfohlen, Antitussiva nicht länger als eine Woche einzunehmen.

Sie können bei einem Reizhusten im Rahmen einer Erkältung aber auch auf Hustenstiller mit pflanzlichen Wirkstoffen zurückgreifen. Häufig verwendete Wirkstoffe  sind Spitzwegerich, Isländisch Moos und Eibischblätter. Diese sollten am besten abends eingenommen werden, um einen erholsamen Schlaf zu gewährleisten. Hustensäfte, Gurgellösungen, Sirups, Lutschtabletten und Hustenbonbons enthalten oft Zucker. Sie wirken, indem sie die im Rachen befindlichen Hustenrezeptoren „einhüllen“. Dabei beschränkt sich ihre Wirkungsdauer auf etwa 20 bis 30 Minuten – so lange, wie sich der Zucker um den Hustenrezeptor legt.

Hausmittel und Teeaufgüsse

wichtigste Behandlung von Husten

Eine Alternative, um den nächtlichen Hustenreiz für eine Weile zu stillen, ist ein Löffel Honig vor dem Einschlafen.

Bei trockenem Reizhusten hilft auch eine Teemischung aus je 25 g Spitzwegerichblättern, Königskerzenblüten, Eibischwurzeln und Malvenblüten. Übergießen Sie einen Teelöffel dieser Mischung  mit 0,25 Liter kaltem Wasser und erwärmen Sie die Mischung. Nach fünf Minuten Ziehzeit können Sie  den Tee abseihen. Empfohlen wird mehrmals täglich eine Tasse Tee, eventuell mit Honig gesüßt.

Was hilft bei schleimigem Husten?

Medikamente und pflanzliche Präparate

Neben reichlich Trinken helfen schleimlösende Arzneimittel (Expektorantien), den Schleim zu verflüssigen, damit er leichter abgehustet werden kann. Auf die Einnahme von Hustenstillern sollte verzichtet werden, da der Schleim und damit die Krankheitserreger so nicht abtransportiert werden können. Zudem sollten schleimlösende Mittel nur tagsüber eingenommen werden, um den Schlaf nicht zu beeinträchtigen. Als Hustenlöser sind hauptsächlich die Wirkstoffe Acetylcystein (ACC), Bromhexin und Ambroxol im Einsatz.
Zu den pflanzlichen Expektorantien zählen Anis, Myrtol, Pfefferminz, Eukalyptus und Thymian. Ihre ätherischen Öle werden nach der Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt zum Teil über die Lunge abgeatmet. Sie verstärken so die Bronchialsekretion und wirken krampflösend. Efeublätter und Primelwurzeln enthalten Saponine (Schaumstoffe), die die Magenhaut reizen und so einen Nervenreflex auslösen, der ebenfalls die Schleimsekretion in den Bronchien erhöht.

Pflanzliche Wirkstoffe zur Schleimlösung sind in Form von Kapseln, Tabletten, als Lösung, Sirup, als Balsam zum Einreiben, als Badezusatz, Teeaufguss und zum Inhalieren erhältlich.
Thymianöl, Efeublätter und Primelwurzel in therapeutischer Dosierung werden allgemein bei Kindern als unbedenklich eingestuft. Bei Säuglingen und Kleinkindern sollten stark riechende ätherische Öle wie Menthol aber nicht zum Einsatz kommen. Als Nebenwirkungen können Allergien, Hautreaktionen und Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Auch muss der mögliche Alkoholgehalt der Präparate berücksichtigt werden.

Hausmittel

Wasserdampfinhalationen (20 Minuten bei 43° C Wassertemperatur), denen ätherische Öle zugesetzt werden können, können zähen Schleim verflüssigen.

Für Zwiebelsirup vermischen Sie eine kleingehackte Zwiebel mit Honig, füllen dies in ein Glas und lassen den Sirup über Nacht bei Raumtemperatur durchziehen. Seihen Sie darauf den Saft ab und schlucken Sie mehrmals täglich einen Teelöffel.

Für Rettichsirup höhlen Sie einen schwarzen Rettich aus, füllen ihn mit Honig oder Zucker und lassen ihn über Nacht ziehen. Schlucken Sie mehrmals täglich einen Esslöffel von dem entstandenen Sirup.

Auch regelmäßiges Abklopfen von Rücken und Brust hilft, den Schleim abhusten zu können.

Teeaufgüsse

Anis: Übergießen Sie einen Teelöffel gemörsten Anis mit 0,25 Liter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen.

Eibisch: Übergießen Sie einen Teelöffel Eibischwurzeln mit 0,25 Liter kaltem Wasser, sieben Sie die Wurzeln nach eineinhalb Stunden Ziehzeit ab und erhitzen Sie die Lösung vor dem Trinken.

Fenchel: Übergießen Sie einen Teelöffel gemörste Fenchelsamen mit 0,25 Liter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen.

Thymian: Übergießen Sie zwei Teelöffel Thymiankraut mit 0,25 Liter kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 10 Minuten ziehen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn der Husten länger als drei Wochen anhält, bei chronischer Bronchitis, bei eitrigem oder blutigem Auswurf, wenn Sie älter oder chronisch krank sind und Husten haben, sollten Sie auf jeden Fall den Arzt aufsuchen.

Wie können Sie Erkältungshusten vorbeugen?

Ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung (täglich mindestens 30 Minuten) und mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht macht widerstandsfähiger gegen Infekte.

Auch regelmäßige Saunabesuche und Wechselduschen verbessern die körperliche Abwehrlage.
Rauchen Sie nicht, denn Rauchen schädigt die Schleimhäute und führt zu verschiedensten akuten und chronischen Atemwegsinfekten und zu dauerhaften Veränderungen von Lunge und Bronchialsystem.

In der Verkühlungshochsaison kann eine Ansteckung in vielen Fällen durch einfache Hygienemaßnahmen verhindert werden.

Die Luft in geheizten Räumen trocknet in der kalten Jahreszeit die Schleimhäute aus und macht den Körper anfälliger für Infekte. Durch kurzes Stoßlüften, das Aufhängen von nassen Tüchern, der Verwendung von Luftbefeuchtern und durch viele Pflanzen im Raum kann die Luftfeuchtigkeit erhöht werden.

Autor:
Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin: DEGAM-Leitlinie Nr. 11: Husten, Stand Juni 2008

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie: Diagnostik und Therapie von erwachsenen
Patienten mit akutem und chronischem Husten, Stand Februar 2010

Oduwole O, Meremikwu MM, Oyo-Ita A, Udoh EE: Honey for acute cough in children. Cochrane Database Syst Rev. 2010 Jan 20;(1):CD007094. doi: 10.1002/14651858.CD007094.pub2.
ICD-10: R05