Prim. Dr. Johann Umschaden

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Plastische, Ästhetische u Rekonstruktive Chirurgie

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Elisabethstraße 22,

1010 Wien

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Gynäkomastie (männliche Brust)

Aus Erfahrung wissen wir, dass dem Entschluss zu einer Gynäkomastie-Operation meist ein langer Prozess der Entscheidungsfindung vorausgeht. Wir möchten Sie mit dieser Information zum einen über Ablauf, Möglichkeiten und Risiken der Operation informieren und Ihnen zum anderen eine Hilfestellung bieten, um Sie bei Ihrer Entscheidung optimal zu begleiten.

Hinweis: Bevor Sie sich für einen Eingriff entscheiden, ist ein weiterer Termin mit einer detaillierten Aufklärung erforderlich.

Um Risiken für Sie zu minimieren, ist es außerdem notwendig, ca. 3 Wochen vor jedem Eingriff eine Operations- und Narkosetauglichkeits-Untersuchung von einem Facharzt für Innere Medizin durchführen zu lassen. Dadurch können eventuelle Risikofaktoren vorab erkannt und gegebenenfalls behandelt werden.

Indikationen

  • Operationsmöglichkeiten und -Ziele
  • Gibt es Alternativen?
  • Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen
  • Allgemeine Risiken bei allen Operationen
  • Eingriffsspezifische Risiken
  • Erfolgsaussichten
  • Was vor der Operation zu beachten ist
  • Postoperative Phase
  • Was nach der Operation zu beachten ist


Indikationen
Durch die Vermehrung von Brustdrüsengewebe und/oder Fettgewebe kann die männliche Brust übermäßig ausgeprägt sein und weibliche Formen annehmen.

Eine beidseitige Gynäkomastie kann hormonelle Ursachen haben, die im Vorfeld durch Hormonstatus, Mammographie und Sonographie abgeklärt werden sollten.

Operationsmöglichkeiten und -Ziele
Ziel der Gynäkomastie-Korrektur ist es, das Gewebe so weit zu reduzieren, dass eine für den männlichen Körperbau normale Brustform entsteht.

Die Korrektur der Gynäkomastie kann stationär, tagesklinisch oder ambulant durchgeführt werden und erfolgt in den meisten Fällen in Allgemeinnarkose, Lokalanästhesie oder Tumeszenzanästhesie mit oder ohne Dämmerschlaf.

Folgende Operationsmethoden stehen zur Auswahl:

  • Subcutane Mastektomie mit oder ohne Liposuction:
    Durch einen operativen Zugang an der Grenze zwischen Warzenvorhof und normaler Haut wird das überschüssige Brustdrüsengewebe entfernt. Bei einer sehr stark ausgeprägten Gynäkomastie wird der Hautschnitt fallweise an beiden Seiten erweitert. Weiters wird durch Absaugung und/oder direkte Entfernung von Fettgewebe ein regelmäßiger Übergang geschaffen. Um Wundsekret abzuleiten, wird für einige Tage ein Wunddrain eingelegt.
  • Liposuktion der Brust: Nicht selten besteht die Brust nur aus einer Fettgewebsvermehrung ohne Brustdrüsenhyperplasie, dann kann mittels Liposuktion eine entsprechende Umformung in eine männliche Brust erfolgen. Über kleine Hautinzisionen wird zuerst eine Tumeszenzlösung (=lokales Betäubungsmittel und gefäßverengendes Medikament) gleichmäßig im Fettgewebe verteilt. Anschließend wird das Fettgewebe mit einer Absaugkanüle abgesaugt. Durch die Fettabsaugung kann ein großer Teil der Fettschicht reduziert werden, ein individueller Rest an Fettzellen muss bleiben, um Unregelmäßigkeiten zu vermeiden. Das Bindegewebe, Nerven und Blutgefäße werden in der Regel durch den Absaugvorgang nicht zerstört.
  • Subcutane Mastektomie mit Straffung der Brust:
    Bei zusätzlich bestehendem Hautüberschuss kann gleichzeitig eine Straffungsoperation notwendig werden, wobei die Brustwarze angehoben werden muss und evt. eine Hautreduktion notwendig ist. Um Wundsekret abzuleiten, wird für einige Tage ein Wunddrain eingelegt.
    Der operative Zugang wird durch feine Nähte verschlossen.


Die Auswahl der Operationsmethode ergibt sich aus der anatomischen Situation und den bestehenden Veränderungen an der Brust.


Gibt es Alternativen?
Für die Gynäkomastieoperation mit oder ohne Liposuktion gibt es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten.

Grundsätzliches zu Risiken und Komplikationen
Grundsätzlich laufen die meisten Operationen ohne Komplikationen ab. Jeder operative Eingriff wird mit größter Sorgfalt des behandelnden Arztes durchgeführt. Trotzdem kann kein Arzt absolute Risikofreiheit garantieren und Komplikationen können bei jedem Eingriff auftreten.

Allgemeine Risiken bei allen Operationen

  • Thrombosen und Embolien
  • Nachblutungen
  • Wundinfektionen/Wundheilungsstörungen
  • Allergien oder Unverträglichkeitsreaktionen
  • Haut- und Weichteilschäden
  • Lagerungskomplikationen
  • Narbenbildung
  • Durchblutungsstörungen
Eingriffsspezifische Risiken
  • Unregelmäßigkeiten der Oberfläche
  • Gefühlsminderungen der Brusthaut und der Brustwarze
  • Durchblutungsstörungen der Brustwarze
  • Serombildungen
  • Narben

Nur bei großvolumigen Fettabsaugungen der Brust (Pseudo-Gynäkomastie, Fettbrust):

  • Hautunregelmäßigkeiten
  • Fettgewebsnekrosen
  • Fettembolie
  • Erfolgsaussichten

Durch den operativen Eingriff kann im Allgemeinen eine normale männliche Brustform hergestellt werden.

Das endgültige Ergebnis kann nach 2-3 Monaten beurteilt werden.

Meistens sind Patienten mit dem Ergebnis sehr zufrieden, eine Garantie für ein zufriedenstellendes Operationsergebnis kann jedoch auch bei erfolgreicher Operation nicht gegeben werden.

Was vor der Operation zu beachten ist
Blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Marcumar, Sintrom, etc. ) bzw. blutverdünnende Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) müssen ca. 2 Wochen vor Ihrem operativen Eingriff von Ihrem Hausarzt oder Ihrem Internisten abgesetzt und durch Heparinspritzen (niedermolekulare Heparine) ersetzt werden. Diese Heparinspritzen müssen über den Operationstag hinaus verabreicht werden. Ihr Operateur wird Ihnen mitteilen, wann die Medikation für die Blutgerinnung von ihrem Hausarzt oder Internisten auf Marcumar® oder Sintrom® zurückgestellt werden kann.

Zahlreiche „harmlose“ Grippe- und Schmerzmittel führen zu einer Blutverdünnung, da sie Acetylsalicylsäure oder Acetylsalicylat enthalten. Medikamente, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), müssen mindestens 2 Wochen vor einer Operation abgesetzt werden, da eine einzige Tablette Ihre Blutstillung sehr negativ beeinflussen kann. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur, Hausarzt bzw. Internisten Rücksprache.

Wichtige Medikamente (z.B. Schilddrüsenhormontabletten, blutdrucksenkende Medikamente, Herzmittel, etc.) dürfen mit einem Schluck Wasser auch am Operationstag eingenommen werden. Ihr Arzt wird dann mit Ihnen besprechen, welche Medikamente wie lange vor und nach dem Eingriff abgesetzt, in der Dosis verändert oder durch andere ersetzt werden müssen.

Am Tag vor der Operation dürfen bei Durchführung in Allgemeinnarkose keine schwer verdaulichen (fetthaltigen) Nahrungsmittel gegessen werden. Findet die Operation am Morgen oder vormittags statt, darf nach dem Aufwachen in der Früh weder getrunken noch gegessen werden. Findet die Operation am Nachmittag statt, ist ein leichtes Frühstück erlaubt. Mindesten 6 Stunden vor dem geplanten Operationstermin darf jedoch nichts mehr gegessen oder getrunken werden.

Für den Fall, dass die Operation in lokaler Betäubung durchgeführt wird, können Sie auch vor der Operation leichte Kost zu sich nehmen. Auch klare Flüssigkeiten wie Wasser oder Tee können eingenommen werden. Alkoholkonsum ist am Operationstag verboten.

Bitte verwenden Sie am Operationstag keine öligen Dusch- oder Badezusätze, sondern normale Seife oder Duschgel.

Generell sollten Sie aus hygienischen Gründen am Operationstag nicht eincremen.

Gegebenenfalls ist eine Rasur im Bereich des Operationsgebietes notwendig, diese darf aber erst unmittelbar vor der Operation erfolgen. Ihr Arzt wird die genaue Vorgehensweise dafür mit Ihnen besprechen.

Wichtig: Aufgrund der Verbrennungsgefahr bei der Blutstillung müssen jegliche Körper-Piercings sowie Metall-Schmuck für die Zeit der Operation entfernt werden.

Bitte auch keine Wertgegenstände (Schmuck etc.) mitbringen, da hierfür keine Haftung übernommen wird.

Postoperative Phase
Die Wunden werden bis zur Nahtentfernung mit sterilen Verbänden bedeckt, die durch Kompressions-Kleidung fixiert werden.

Grundsätzlich wird eine frühe Mobilisation angestrebt. Bei Durchführung in Allgemeinnarkose oder im Dämmerschlaf sollte am Tag der Operation das Verlassen des Bettes und ein Toilettengang nur mit Hilfe durchgeführt werden.

Abhängig von der Ausgangssituation, von Vorerkrankungen sowie vom Umfang der Operation kann das Thromboserisiko erhöht sein. Dadurch ist es notwendig, für 5-10 Tage eine Thromboseprophylaxe durchzuführen. Je nach Dosierung kann das Blutungsrisiko dadurch erhöht sein, bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt die Art und Dauer der Thromboseprophylaxe.

Für den Fall, das ein Wunddrain verwendet wurde, wird dieses normalerweise zwischen dem 1. und 4. Tag entfernt, das Nahtmaterial, je nach Nahttechnik, zwischen dem 7. und dem 14. Tag nach der Operation gezogen.

Um die Wundheilung zu gewährleisten beachten Sie bitte, dass der Verband ein Schutz für Ihre Wunde ist, und dieser nicht durch Reibung, Verschiebung oder dergleichen verändert werden darf. Eventuell wurde die Wunde zusätzlich durch Nahtpflaster (Steristrips) verklebt, um Spannung auf den Wundrändern zu vermeiden. Ihr Arzt wird Ihnen erklären, wie der Verband gegebenenfalls zuhause zu wechseln ist.

In jedem Fall können nach dem Eingriff vorübergehend Blutergüsse, Schwellungen oder ein Spannungsgefühl auftreten. Diese Veränderungen sollten Sie nicht beunruhigen, sie klingen innerhalb von wenigen Tagen ab, können in manchen Fällen aber über mehrere Wochen andauern.

Nach Eingriffen ist es normal, dass für eine gewisse Zeit eine Gefühlsminderung eingriffsspezifisch vorhanden ist, diese normalisiert sich meist nach einigen Monaten, selten können Restgefühlsstörungen zurückbleiben. Ihr Arzt wird Ihnen spezifische Informationen darüber erteilen.

Was nach der Operation zu beachten ist
Für den Erfolg einer Operation sind die Einhaltung der ärztlichen Anordnungen und die Mithilfe des Patienten erforderlich.

Bitte beachten Sie die folgenden Hinweise:
Medikamente dürfen nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt eingenommen werden. Falls Sie unabhängig von Ihrer Operation Medikamente einnehmen müssen, ist es erforderlich, diese Einnahme mit Ihrem Arzt zu besprechen und ggf. die Dosierung zu ändern.

Nehmen Sie auch nach der Operation für 2 Wochen keine blutgerinnungshemmenden Medikamente (z.B. Marcumar®, Sintrom®, etc.) bzw. blutverdünnenden Medikamente (z.B. ThromboAss®, Plavix®, etc.) und keine Grippe- und Schmerzmittel, die Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin®, Aspro®, Ascorbisal®, Duan®, Thomapyrin®, etc.), ein. Im Zweifelsfall halten Sie darüber mit Ihrem Operateur Rücksprache.

Eine Kompressionsbekleidung muss in der Regel für 3-5 Wochen ständig getragen werden.

Duschen und Baden ist erst nach Entfernung des Nahtmaterials wieder erlaubt.

Vermeiden Sie in den ersten 4-8 Wochen jede Art von Hitze wie heiße Bäder, Sauna, Infrarotkabine, Solarium, Sonnenbäder etc.

Eine UV-Bestrahlung der Haut (Sonne, Solarium) ist erst nach verschwinden sämtlicher Blutergüsse erlaubt. Narben dürfen erst der UV-Strahlung ausgesetzt werden, wenn die Narben nicht mehr gerötet sind, da es sonst zu einer Pigmentierung der Narben kommt. Narben können durch Gewand, Camouflage oder Sonnencremen mit hohem Lichtschutzfaktor (Sun Blocker) vor Sonne geschützt werden.

Sportliche Betätigung und körperliche Tätigkeiten, bei denen die Brustmuskulatur angespannt oder die Brust erschüttert wird – wie Laufen, Reiten, Schwimmen, etc. – sollten für 6 Wochen vermieden werden.

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