Ao.Univ.Prof. Dr. Rainer Lehner

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HPV/HPV-Impfung

Humane Papilloma Viren (HPV) sind Viren, welche die Zellen der Haut und der Schleimhäute infizieren können. HPV-Infektionen zählen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen. Es sind mehr als 100 unterschiedliche HPV-Typen bekannt, die grob in Niedrigrisiko-Typen und Hochrisiko-Typen unterteilt werden.

Niedrigrisiko-Viren (z.B. HPV 6 und 11) sind die Hauptverursacher von Warzen im Genitalbereich (Kondylome/Feigwarzen); es sind jedoch keine potenziell lebensgefährlichen Erreger. Hingegen kann eine Infektion mit einem Virus des Hochrisiko-Typs (z.B. HPV 16 und 18) bei Frauen und Männern zu bösartigen Veränderungen führen - so lassen sich Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs, Scheiden- und Peniskarzinome häufig auf eine HPV-Infektion zurückführen.

Die häufigste von HP-Viren verursachte Krebserkrankung bei Frauen ist Gebärmutterhalskrebs - bei einem Großteil der Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs ist eine Infektion mit einem HP-Virus des Hochrisiko-Typs nachweisbar.

Eine HPV-Infektion bedeutet nicht, dass sich eine Krebserkrankung mit Sicherheit entwickeln wird. In vielen Fällen kann das Immunsystem erfolgreich gegen die Viren vorgehen, sodass sich die Gewebeveränderungen wieder zurückbilden. In anderen Fällen schreiten die Zellveränderungen jedoch fort und führen über zahlreiche Zwischenstufen zur Bildung von Krebszellen.

Ob eine HPV-Infektion vorliegt, wird mittels PAP-Abstrich im Rahmen der gynäkologischen Untersuchung untersucht. Bei auffälligem Befund wird der Test wiederholt, das weitere Vorgehen (HPV-Typisierung, Kolposkopie, vaginaler Ultraschall, Biopsie, Konisation etc.) hängt vom PAP-Befund (Gruppe 0, I, II, III, IIID, IIIG, IVa, IVb, V) ab und wird bei Vorliegen des Befunds ausführlich besprochen.
 

HPV-Impfung


Die HPV-Impfung schützt vor dem Entstehen von einem Großteil der HPV-bedingten Krebsformen und Genitalwarzen. Da die Impfung den größten Nutzen hat, wenn sie zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem noch kein Kontakt mit HPV stattgefunden hat, wird in Österreich empfohlen Mädchen und Buben mit vollendetem neunten Lebensjahr zu impfen (Österreichischer Impfplan des Bundesministeriums für Gesundheit).

In Österreich sind mehrere Wirkstoffe zugelassen, darunter ein 9-fach-Impfstoff, der gegen die HPV-Typen 6, 11, 16, 18, 31, 33 45, 52 und 58 immunisiert. Sofern die Impfung zu einem Zeitpunkt erfolgt, an welchem keine Infektion vorliegt, bietet sie zuverlässigen Schutz gegen die jeweiligen HPV-Stämme.

Die Impfung schützt zwar vor den gefährlichsten und häufigsten Erregern, jedoch nicht vor allen HPV-Typen. Aus diesem Grund sollten auch geimpfte Frauen einmal jährlich einen Krebsabstrich durchführen lassen, sodass etwaige Krebsvorstufen rechtzeitig erkannt werden können.

Bei Fragen zu HPV und zur HPV-Impfung bin ich gerne persönlich für Sie da.
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